6. Januar 2026, 09:30 Uhr
Gestern wurde ich doch wieder an den Rechner gezogen. Von 19:00 bis 22:00 Uhr. Ich habe am Manuskript Das leere Blatt weitergearbeitet, danach direkt alles ausgemacht und mich vor Netflix einlullen lassen. Ich habe Mr. Mercedes begonnen, nach einer Romanvorlage von Stephen King.
Die Serie erzählt von einem ehemaligen Polizisten, Bill Hodges, der im Ruhestand von einem alten, ungelösten Fall eingeholt wird: Ein Täter, der mit einem gestohlenen Mercedes in eine Menschenmenge raste, beginnt erneut Kontakt zu ihm aufzunehmen. Es ist weniger ein klassischer Thriller als ein langsamer Abstieg in die Psyche zweier Männer auf entgegengesetzten Seiten – Täter und Ermittler, beide beschädigt, beide getrieben.
Die Serie hat mich sofort gefesselt. Der Protagonist: ein alter Bulle – ein ehemaliger Polizist, pensioniert, ohne Aufgabe, ohne Struktur. Langsam wird er als Charakter aufgebaut. Wenig Action, was mich normalerweise nicht interessiert. Aber hier ist es egal. Es ist der Bulle selbst. Depressiv. Allein. Ohne Job. Er könnte mein Vater sein, in seinen letzten Jahren. Fantastisch gespielt. Vor allem wegen der kleinen Nuancen: Bewegungen, Pausen, Blicke. All das, was eine Figur – oder besser: einen Menschen – ausmacht.
Ich bin begeistert. Die Story ist im Grunde Schrott und dient nur als Spielplatz für diese Figur. Aber das reicht. Es ist der Bulle, der fasziniert. Ein perfekter Schauspieler in einer perfekten Rolle.
Aber ich schweife ab.
Heute Morgen sitze ich seit sieben Uhr wieder am Rechner. Noch einmal die Werbestrategie für SINNBILD überdacht. Weitergearbeitet am Leeren Blatt. Ein paar Reels vorbereitet. Die nächsten drei müssen abgeändert werden – es muss sofort offensichtlich sein, dass es um ein Buch geht.
Der Plan für morgen, Mittwoch: Das endliche Leben. Ich werde es mir vornehmen. Und wenn ich schon daran arbeite, markiere ich direkt Szenen, die sich für eine Bildserie eignen. Das könnte großartig werden. Danach: stumpf, aber mit allen Sinnen die Anmerkungen von BM verarbeiten. Im Dokument. Und im Kopf.
Parallel erstelle ich mir eine To-do-Liste für das Leben außerhalb des Bildschirms. Dinge, die liegen geblieben sind. Die ich zwischendurch abarbeite, wenn mein Geist an einer Stelle festhängt und Ablenkung braucht.
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