Samstag, 24. Januar 2026

24. Januar 2026, 13:30 Uhr

Die letzten Tage waren leer.

Das endliche Leben wurde in der dritten Runde und durch mich in der vierten final bearbeitet und abgeschlossen. Das leere Blatt ist weg, bei SB zur Korrekturlesung. SINNBILD ist in der finalen Endphase zum Relaunch – morgen ist es so weit.

Und ich?

Statt Euphorie: Leere.

Projekte, die mich das letzte halbe Jahr getragen haben, sind abgeschlossen. Eigentlich sollte sich bei Abschlüssen ein anderes Gefühl einstellen. Erleichterung. Stolz. Vielleicht sogar Freude. Aber stattdessen wurde mir ein großer Teil meiner Aufgabe genommen. Etwas, das mich strukturiert hat, mich zusammengehalten hat.

Ich sollte jetzt glücklich sein. Ich habe viel geschafft. Und doch ist da diese innere Unruhe, die mich umtreibt. Ich befinde mich wieder in einer Phase, in der nichts passiert. In der ich nicht kreativ bin.

Was ist der Mensch, wenn er seiner Aufgabe entledigt ist?

Kommt irgendwann wieder diese Phase zurück, in der mich die Leidenschaft packt, in der es nichts anderes gibt als Schreiben? In der alles andere stillsteht? Oder ist genau das der Preis dafür, so intensiv gearbeitet zu haben?

Andere Dinge liegen bereit. Sie haben keine Eile. Vielleicht sollte ich sie jetzt erledigen – in dieser leeren Phase –, um Platz zu schaffen für etwas Neues. Raum. Stille. Möglichkeiten.

Und so merke ich, wie nah ich plötzlich meinem eigenen Protagonisten bin.
Dem, der mit seinen Geistern ringt.
Der nicht an äußeren Hindernissen scheitert, sondern an der Leere danach.

Vielleicht ist das kein Ende.
Vielleicht ist es nur der Zwischenraum.

Mir fällt auf, dass ich seit Tagen auch wieder länger schlafe. Nicht mehr diese sechs Stunden, die irgendwann gereicht haben, sondern achteinhalb. Tief. Schwer. Als müsste sich etwas erholen, das länger übergangen wurde. Vielleicht ist das kein Rückzug, sondern ein Nachholen. Vielleicht arbeitet etwas im Verborgenen weiter, während ich denke, dass nichts passiert. 

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