Freitag, 16. Januar 2026

16. Januar 2026, 21:46 Uhr

Heute war wieder ein guter Tag. Auch wenn ich nicht besonders produktiv war. Ich habe Das leere Blatt weitergelesen, einen ruhigen Nachmittag verbracht und heute die Versandmitteilung erhalten, dass meine Autorenexemplare von SINNBILD unterwegs sind. Ich habe 25 Stück bestellt. Etwa zehn davon brauche ich als Rezensionsexemplare. Bis jetzt gibt es keine Vorbestellungen von Leser:innen. Egal. Vielleicht wollen sie erst Rezensionen lesen.

Unabhängig davon, wie viele Bücher ich am Ende verkaufe: Ich habe viel gelernt. Über Werbung, über Strategie, über Kontaktaufnahme. Und vor allem über das Wichtigste überhaupt: Netzwerken. Durch die Werbung folgen mir inzwischen viele Blogger und Interessierte. Es fühlt sich fast wie ein Selbstläufer an. Mehr Likes, mehr Follower, stetig wachsende Reichweite. Das ist ein wichtiger Anfang.

Ich will gar nicht anfangen zu rechnen, was das alles an Zeit und Geld kostet. Wenn ich kein Geld ausgebe, investiere ich Zeit. Und Zeit lässt sich immer in Geld umrechnen. Alles hat seinen Preis.

Heute hat mir meine Frau gesagt, dass sie nach dem ersten Kapitel von Das leere Blatt keine Lust mehr hatte weiterzulesen. Was soll ich sagen. Nicht nur der erste Absatz war Mist, sondern auch die Wiederholungen am Anfang. Das Melancholische wird irgendwann unerquicklich. Außerdem wäre es interessant, worauf sich der Protagonist eigentlich ständig bezieht.

RUMMS.

Das war ehrlich.

Man neigt als Schriftsteller dazu, dem Leser genau zu erklären, wie sich die Figur fühlt. Und dann noch einmal. Und noch einmal. Damit der Leser es ja versteht. Und weil es so schön tragisch ist, wird es vertieft, ausgeführt, erklärt. Noch einmal. Damit niemand nach drei Seiten vergessen könnte, wie schlimm alles ist.

Der alte Spruch Kill your darlings ist angekommen.

Ab dem dritten Kapitel beginnt die Handlung. Die ersten drei Kapitel waren als Ouvertüre gedacht. Aber schon nach den ersten zwei Seiten ist klar, worauf ich hinauswill. Das heißt für mich: NOCHMAL. Von vorne.

Der Anfang muss sitzen.
Denn wenn der Anfang nicht fesselt, existiert der Rest des Buches nicht.
Und der Protagonist stirbt – an seiner Unfähigkeit, über den Anfang hinauszukommen.

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